Aktuelles

30 Sekunden Fußballschauen auf der Arbeit rechtfertigt Abmahnung

Viele zählen bereits die Tage bis zum Beginn der in Russland stattfindenden Fußballweltmeisterschaft. Auch diesmal wird es wieder Spiele zu unserer Mittags- und Nachmittagszeit geben. Dass dies nicht dazu verführen sollte, die Spiele heimlich auf der Arbeit zu schauen, zeigt ein Urteil des Arbeitsgerichts Köln vom 28.08.2017 (Az.: 20 Ca 7940/16).

Die Parteien stritten über die Wirksamkeit einer von dem Arbeitgeber ausgesprochenen Abmahnung wegen 30-sekündigen Fußballschauens während der Arbeitszeit.

Eine erfolglose Abmahnung ist grundsätzlich Voraussetzung für eine verhaltensbedingte Kündigung eines Arbeitsverhältnisses, sofern nicht besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung
der beiderseitigen Interessen die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen.

In dem von dem Arbeitsgericht Köln entschiedenen Fall hatte der Kläger trotz eines betrieblichen Verbots der Computernutzung während der Arbeitszeit für mindestens 30 Sekunden ein Fußballspiel auf dem Bildschirm seines dienstlichen Computers angesehen. Von seinem Arbeitgeber erhielt er daraufhin eine Abmahnung. Mit der Klage begehrte der Kläger nun die Entfernung der Abmahnung aus seiner Personalakte. Das Arbeitsgericht wies die Klage jedoch ab. Es begründete dies damit, dass die Abmahnung gerechtfertigt sei, da der Kläger für einen Zeitraum von mindestens 30 Sekunden ein Fußballspiel auf seinem Dienstcomputer angesehen und damit seine Arbeitsleistung während dieser Zeit nicht erbracht habe.

Interessant an der Entscheidung ist, dass hier ein bloßer Bagatellverstoß als ausreichend für die Erteilung einer Abmahnung angesehen wurde. Ob weitere Gerichte dieser Praxis folgen werden, bleibt abzuwarten. Sollten Sie eine Abmahnung erhalten haben, die Sie für nicht gerechtfertigt erachten, lohnt es, rechtlichen Rat einzuholen.

P. Przybilla
Rechtsanwalt