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Beschwipste Fahrradtour am 1. Mai – Diese Konsequenzen drohen

In unserer Region ist es Brauch, dass am Maifeiertag Fahrradtouren stattfinden, bei denen die Teilnehmer oft sehr viel Alkohol konsumieren. Mancher Ausflügler kann sich dabei schon ab dem Mittag nicht mehr sicher auf den Beinen halten, geschweige denn noch vernünftig Fahrrad fahren.

Weit verbreitet ist aber der Irrglaube, dass man auch nach etlichen Bieren und Schnäpsen sich stets bedenkenlos auf das Rad schwingen darf, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

Wenn man „erwischt“ wird, drohen empfindliche Strafen. Fahrradfahrer können sich schon ab 0,3 Promille wegen Trunkenheit im Straßenverkehr strafbar machen, wenn ein alkoholbedingter Fahrfehler, z.B. Schlangenlinien fahren, nachgewiesen werden kann. Diese Grenze ist mit ein „paar Bier“ schnell überschritten.

Ab 1,6 Promille ist ein Fahrfehler nicht einmal mehr erforderlich, um sich strafbar zu machen. Die Gerichte gehen dann, ohne weitere Voraussetzungen, von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass der Betroffene neben der Verurteilung für die Straftat auch stets damit rechnen muss, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen zu müssen. Weigert er sich oder fällt er bei diesem sogenannten „Idiotentest“ durch, kann das zum Verlust des Führerscheins führen!

Die Fahrerlaubnisbehörde darf dann darauf schließen, dass der Betroffene nicht sicher zwischen der Teilnahme am Straßenverkehr und dem Konsum von Alkohol unterscheiden kann.

Bei Trunkenheitsfahrten, ob auf dem Rad oder mit dem Pkw, wird in der Regel ohne eine Gerichtsverhandlung ein Strafbefehl erlassen. In vielen Fällen lohnt es sich dagegen mit Hilfe eines Anwalts sich zu wehren mit dem Ziel, das Strafmaß zu senken oder um das oft zusätzlich verhängte Fahrverbot oder einen drohenden Führerscheinentzug abzuwenden.

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht