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Fanartikel am Auto – Was ist im Straßenverkehr erlaubt und was nicht?

Der Ball rollt! Die Fußball-Weltmeisterschaft ist gestartet.
Viele Fußballfans haben mit diversen Fanartikeln wie Fähnchen am Seitenfenster, Spiegelüberzieher oder gleich eine Landesflagge quer über die Motorhaube, ihr Fahrzeug geschmückt. Der Kreativität sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt.

Doch nicht alles, was dem Fan gefällt, ist auch im Straßenverkehr uneingeschränkt zulässig.

Allgemeingesprochen ist alles an Dekoration am Pkw erlaubt, solange die Sicherheit des Straßenverkehrs nicht gefährdet wird. Scheinwerfer, Bremsleuchten und Blinker dürfen allerdings nicht verdeckt sein. Die „Spiegelsocken“ sind daher nur zulässig, wenn sich der Blinker nicht im Spiegel befindet. Auch darf die Sicht des Fahrers durch die Dekoration nicht beeinflusst werden.

Die Befestigungen der Fanartikel, wie z.B. die Plastikhalterungen der Fähnchen, sollten regelmäßig auf ihren sicheren Sitz kontrolliert werden. Auch dürfen die Fähnchen nur im Stadtverkehr verwenden werden. Ab einer Geschwindigkeit von über 50 km/h besteht nämlich die Gefahr, dass diese abreißen und andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet werden. Sollte es zu einem Unfall deswegen kommen, haftet u.a. der Fahrer des beflaggten Fahrzeugs. Es besteht sogar die Gefahr, dass die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung bei einer Zahlung Regressansprüche an den Halter stellt, denn ein Fähnchen stellt eigentlich kein zulässiges Anbauteil für ein Kfz dar.

Auch sollte man bei der Verwendung der Fähnchen stets bedenken, dass sich wegen der Halterungen die Seitenfenster häufig nicht vollständig schließen lassen. Dadurch besteht ein erhöhtes Diebstahlrisiko. Bei einem längeren Abstellen des Fahrzuges sollten daher die Fähnchen unbedingt entfernt werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Schutz durch die Kaskoversicherung gefährdet wird.

Wir wünschen unseren Lesern eine tolle Fußball-Weltmeisterschaft!

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht