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Flugverspätung: So bekommen Sie Ihr Geld zurück

Für viele Flugreisende beginnt oder endet der Urlaub mit erheblichen Unannehmlichkeiten. Die Maschine startet nicht rechtzeitig oder kommt mit erheblicher Verspätung am Zielflughafen an.

Viele wissen nicht, dass jedem Fluggast ein pauschaler Schadensersatzanspruch zusteht.

Flugpassagiere haben bei einer Verspätung von mindestens drei Stunden einen Anspruch auf eine zeitlich gestaffelte Entschädigung zwischen 250,00 € und 600,00 € pro Person! Die Höhe der Entschädigung bemisst sich nach der zurückgelegten Flugstrecke.

Pauschalurlauber können darüber hinaus auch eine Entschädigung beim Reiseveranstalter verlangen.

Die Ursache für die Verspätung spielt keine Rolle. Es ist gleichgültig, ob es sich um eine Annullierung, Überbuchung oder schlichtweg um eine Verspätung handelt. Lediglich dann, wenn ein Fall der sog. höheren Gewalt vorliegt oder andere außergewöhnliche Umstände z.B. Terroranschlag gegeben sind, gibt es keinen Schadenersatzanspruch.

Viele Reisende wenden sich nach ihrer Rückkehr, in der Hoffnung auf eine schnelle Regulierung an die Fluggesellschaft. Diese reagieren häufig gar nicht oder berufen sich in vorformulierten Standardbriefen oft zu Unrecht auf außergewöhnliche Umstände. Nicht selten lassen sich Reisende davon beeindrucken und geben ihr Ansinnen auf.

Es lohnt sich deshalb in vielen Fällen der Gang zum Rechtsanwalt, auch wenn der Flug schon längere Zeit zurück liegt. Die Forderung verjährt erst nach drei Jahren!

Falls die Fluggesellschaft trotz Aufforderung durch den Reisenden nicht reagiert hat, können die Kosten für den Anwalt als Schadensersatz von der Fluggesellschaft verlangt werden.

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Verkehrsrecht