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Parkplatzunfall – wer haftet?

Beim Parken auf großen Parkplätzen, wie zum Beispiel beim Supermarkt, kommt es in der Hektik des Alltags täglich zu Parkplatzunfällen.

Die Schäden sind oft verhältnismäßig gering, über die Schuldfrage herrscht allerdings häufig zwischen den Parteien Uneinigkeit. Bei vielen Unfällen behauptet einer der Beteiligten, er habe bei der Kollision gestanden, der andere aber nicht. Und weil der Andere ihm aufgefahren sei, habe nun auch dieser die alleinige Schuld an dem Unfall.

So einfach ist es leider nicht!

Sofern man seinen Schaden voll ersetzt haben will, muss man auch nachweisen können, dass der Unfallgegner zum Zeitpunkt der Kollision nicht gestanden hat, man selbst aber schon. In vielen Fällen kann dieser Nachweis nicht geführt werden.

Lässt sich dies nicht aufklären oder beweisen, so wird in der Regel von den Gerichten eine Haftungsquote von jeweils 50% angenommen.

Wer glaubt, sich auf „rechts vor links“ berufen zu können, der irrt nicht selten, denn diese Vorfahrtsregel gilt nur im fließenden Verkehr. Fahrspuren auf Parkplätzen dienen jedoch vorrangig dem Rangieren, es sei denn, die Wege haben eindeutig Straßencharakter. Das ist jedoch eine Auslegung im jeweiligen Einzelfall.

Nicht jeder Parkplatzunfall ist gleich. Es gibt mannigfaltige Konstellationen, z.B. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Unfälle beim Aus- und Einsteigen, beim Türöffnen oder mit dem Einkaufswagen.

Die Haftungsquoten können ganz unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche besonderen Umstände hinzutreten.

Wichtig ist, dass Sie nach einem Unfall nicht vorschnell die Verantwortung einräumen.

Die komplizierte Regulierung von Parkplatzunfällen gehört in die Hand von Experten, wie z.B. auf Verkehrsunfälle spezialisierte Rechtsanwälte. So stellen Sie „Waffengleichheit“ mit der Haftpflichtversicherung des Verursachers her, die immer über Rechtsabteilungen mit eigens geschulten Juristen verfügen.

Ich kann Ihnen nur dringend davon abraten, sich selbst mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung auseinanderzusetzen.

Sofern eine Verkehrsrechtschutzversicherung besteht, werden die Kosten des Anwalts von dort übernommen oder die Haftpflichtversicherung des Verursachers hat diese gemäß der Haftungsquote anteilig zu übernehmen.

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht