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Rechtsfrage zu Ostern: Wer zahlt, wenn der Osterhase krank ist?

In der Osterzeit sind an vielen Orten Bilder von süßen Osterhasen und Kaninchen zu sehen. Viele Kinder wünschen sich gerade jetzt ein eigenes Haustier. Möglicherweise sind Sie als Eltern auch der Verlockung erlegen und haben Ihrem Nachwuchs einen Osterhasen (Kaninchen) gekauft.

Die Begeisterung für das Tier kann jedoch schnell auf die Probe gestellt werden, wenn sich direkt nach der Anschaffung herausstellt, dass das neue Familienmitglied krank ist.

Um nicht in eine Kostenfalle wegen der Behandlungskosten beim Tierarzt zu tappen, haben wir Ihnen kurz das Wichtigste, was in einer solchen Situation zu beachten ist, zusammengestellt:

Zunächst müssen Sie wissen, dass bei Tieren im Zivilrecht die gleichen Vorschriften angewendet werden, wie bei Sachen, z.B. Autos.

Sofern die Krankheit des Tieres bereits bei Übergabe vorhanden war, kann diese als Mangel eingestuft werden. Die Mangelhaftigkeit kann im Einzelfall allerdings schwer nachweisbar sein. Dieses ergibt sich aus der Natur des Tieres als Lebewesen. Bei einem Kauf von einem gewerblichen Züchter oder Händler kann in den ersten sechs Monaten seit der Übergabe an den neuen Eigentümer allerdings eine gesetzliche Beweiserleichterung in Betracht kommen.

Außer bei lebensbedrohlichen Notfällen für das Kaninchen, raten wir Ihnen aber von sofortigen Tierarztbesuchen ab.

Nehmen Sie zunächst Kontakt zum Verkäufer auf und fordern diesen auf, entweder das kranke Tier gegen ein gesundes zu tauschen oder die Kosten für den Tierarztbesuch verbindlich zu übernehmen.

Weigert sich der Verkäufer oder scheitert die Behandlung nach zwei Versuchen, dann können Sie vom Vertrag zurücktreten.

Der Verkäufer muss Ihnen dann gegen Rücknahme des Tieres den Kaufpreis erstatten. Alternativ können Sie den Kaufpreis mindern und einen Teil zurückverlangen. Möglicherweise haben Sie auch Anspruch auf Schadensersatz.

Ein gewerblicher Kaninchenzüchter haftet grundsätzlich genauso wie ein Hobby-Züchter.
Der Letzte kann aber seine Eintrittspflicht für Mängel ausschließen. Ansprüche haben Sie dann nur, wenn der Züchter die Krankheit trotz Kenntnis verschwiegen hat.

Das Vorgenannte gilt auch bei sämtlichen anderen kranken Haustieren.

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes und besinnliches Osterfest!

A. Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt