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Rechtstipps für die Weihnachtstage

Jeder freut sich auf das kommende Fest. Doch was ist, wenn die Harmonie gestört wird? Gut ist es da, wenn man seine Rechte kennt. Wir haben für Sie häufig aufkommende Rechtsfragen im Zusammenhang mit Geschenken kurz zusammengestellt:

Was ist, wenn mein Geschenk mir nicht gefällt? Kann ich es immer umtauschen?

Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung sind Händler nicht verpflichtet, im Geschäft gekaufte Ware, die sich in einem einwandfreien Zustand befindet, zurückzunehmen. Viele Händler räumen jedoch aus Kulanz ihren Kunden diese Möglichkeit ein. Wie dieses geschieht, ob durch Rückzahlung des Kaufpreises oder nur durch einen Gutschein, ist Sache des Händlers.
Anders sieht es dann aus, wenn die Ware ausschließlich über das Internet, den Katalog oder das Telefon bestellt wurde. Hier gibt es ab Erhalt der Ware ein mindestens vierzehntägiges Widerrufsrecht.

Wie lange können Gutscheine eingelöst werden?

Gutscheine haben grundsätzlich eine unbegrenzte Gültigkeit. Nach Ablauf von drei Jahren kann der Händler die Annahme des Gutscheines aber verweigern. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, wo der Gutschein erworben wurde. Gutscheine, die an Heiligabend verschenkt werden, können daher bis wenigstens zum 31.12.2020 eingelöst werden.

Es besteht auch die Möglichkeit, die Gültigkeit eines Gutscheines zu befristen. Für eine derartige Beschränkung kommt es darauf an, dass der Zeitraum nicht zu kurz bemessen ist und der Kunde als Verbraucher dadurch nicht unangemessen benachteiligt wird. Welche Frist angemessen ist, ist in jedem Einzelfall anhand der Art des Gutscheines zu beurteilen.

Was ist, wenn ein Geschenk beschädigt ist?

Wenn die verschenkte Neuware beschädigt ist, so hat der Kunde als Verbraucher gegenüber dem Händler umfassende Rechte, nämlich zunächst die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer neuen Sache.
Dieses Recht gilt zwei Jahre ab Kauf der Ware. Bei einer Verweigerung, den vorhandenen Mangel zu beseitigen, haben Sie die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten. Dann ist der Händler verpflichtet, das Geschenk gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückzunehmen. Daneben können Sie unter Umständen noch Schadensersatzansprüche stellen.

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

A. Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt