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Reiserecht aktuell: Neues Urteil zur Entschädigung für Flugverspätung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte sich vor wenigen Tagen wieder mit der Thematik der Entschädigung wegen Flugverspätung zu beschäftigen.

Was war passiert?
Eine Schraube, welche sich auf dem Rollfeld befand, bohrte sich in den Reifen eines Flugzeuges. Das Flugzeug wurde dabei so schwer beschädigt, das es erst mit einer Verspätung von 3,5 Stunden am eigentlichen Ziel ankam. Ein Reisender klagte daraufhin auf Entschädigung vor dem Landgericht Köln.

In dem Verfahren berief sich die beklagte Fluggesellschaft auf einen sogenannten „außergewöhnlichen Umstand“. Liegt ein solcher Umstand vor, so entfällt die Haftung der Fluggesellschaften, da der Grund für die Verspätung ein Umstand war, den die Fluggesellschaften nicht hätten beeinflussen können.

Das Kölner Landgericht legte diese Frage im Rahmen eines sogenannten Vorabentscheidungsverfahren dem EuGH vor.

Mit Urteil vom 04.04.2019 (Aktenzeichen: C-501/17) urteilten die dortigen Richter, dass eine Haftung der Fluggesellschaft entfallen kann, wenn sie beweisen kann, dass sie „alle ihr zur Verfügung stehenden personellen, materiellen und finanziellen Mittel eingesetzt hat, um eine Verspätung zu vermeiden. Dazu würden auch in Frage kommende Express-Reparaturen zählen, durch die ein Schaden möglichst schnell behoben wird.

Im Fall des Landgerichts Köln muss nun geprüft werden, ob die Fluggesellschaft nach dem Schaden durch die Schraube wirklich alle „zumutbaren Maßnahmen“ getroffen hat.

Was kann ich als Betroffener einer Flugverspätung machen?

Sollten auch Sie von einer Flugverspätung betroffen sein, so ist die frühzeitige Hilfe durch einen Rechtsanwalt durchaus von Vorteil. Bereits in einem Vorgespräch kann erörtert werden, ob ein Vorgehen gegen die Fluggesellschaft erfolgsversprechend ist oder nicht.

Arentz
Rechtsanwalt