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Urlaub storniert – Muss ich Reisegutscheine akzeptieren?

Massenhaft wurden in den vergangenen Wochen von den Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften Reisen bzw. Flüge wegen der Corona-Pandemie storniert.

Nach den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen müssen bei einer Pauschalreise innerhalb von 14 Tagen und bei einem Flug innerhalb von sieben Tagen nach einer Absage die gezahlten Gelder auf das Konto des Reisenden erstattet werden.

Mit der Rückzahlung läuft es aber zurzeit überhaupt nicht, beklagen sich viele Reisende. Es werden, wenn überhaupt, nur Reisegutscheine von den Veranstaltern angeboten.

Hintergrund ist, dass das Geld den Reiseveranstaltern häufig nicht zur Verfügung steht, weil z.B. die Gelder schon an die Hoteliers oder Airlines weitergeben wurden.

Des Weiteren wird hier auf Zeit gespielt, denn die Bundesregierung beabsichtigte zunächst eine Regelung einzuführen, wonach es für Reisende zukünftig nur Gutscheine statt Rückerstattungen geben sollte.

Diesem Ansinnen wurde von der EU-Kommission mittlerweile jedoch eine Absage erteilt. Dennoch werden die Gelder von den Reiseveranstaltern vielfach weiter zurück gehalten.

Gutscheine statt Rückzahlung des Reisepreises entsprechen daher nicht der aktuellen Gesetzeslage!

Sollten Sie als Reisender betroffen sein, dann fordern Sie Ihr Geld z.B. per E-Mail oder Einwurfeinschreiben unter Setzung einer angemessenen Frist von ungefähr 14 Tagen von dem Reiseveranstalter zurück. Geben Sie sich nicht mit angebotenen Gutscheinen zufrieden!

Ansonsten würden Sie dem Reiseveranstalter ein zinsloses Darlehen gewähren.

Es ist nicht gesichert, dass z.B. in einem Jahr noch alle Reiseanbieter oder Airlines existieren.

Zahlt der Reiseveranstalter das Geld innerhalb der Frist nicht zurück, dann können Sie anschließend z.B. einen Rechtsanwalt mit der Rückforderung beauftragen.

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt