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Warum nach einem Unfall zum Verkehrsanwalt?

In Deutschland gab es im Jahr 2016 über 2,5 Millionen bei der Polizei erfasste Verkehrsunfälle.

Alltäglich ist dabei folgende Situation im Straßenverkehr:

Der hintere Autofahrer ist dem vorderen aus Unachtsamkeit aufgefahren. Durch den Zusammenstoß kommt es zu einer Erschütterung im Fahrzeug. Alles ist noch mal gut gegangen, denn außer Blechschäden scheint nichts weiter passiert zu sein.

Der Verursacher räumt umgehend seine Schuld ein, deshalb wird keine Polizei gerufen. Es werden lediglich die Versicherungsdaten ausgetauscht.

Der Geschädigte will sich selbst um die Sache kümmern.

Am nächsten Morgen verspürt er dann doch heftige Nacken- und Kopfschmerzen. Es hat sich ein Schleudertrauma eingestellt.

Wenige Tage später erhält er einen freundlichen Brief der Haftpflichtversicherung des Verursachers. Es werden viele Fragen zum Unfallhergang gestellt und vermeintlich als Serviceleistung wird sogar angeboten, einen eigenen Gutachter zu schicken, der die Unfallschäden beurteilt. Es kommt noch besser, es werden schon einige günstige Werkstätten in der Nähe für die Reparatur empfohlen.

Das hört sich doch gut an.

Stopp! Bitte beachten Sie, es handelt sich um die Versicherung des Gegners. Diese möchte ihre Kosten für die Regulierung so gering wie möglich halten.

Wenn Sie jetzt keinen Experten aufsuchen, dann kann Ihnen viel Geld verloren gehen!

Naturgemäß verschweigen Haftpflichtversicherungen gerne weitere Schadenspositionen, wie z.B. die Portopauschale.

In dem späteren Abrechnungsschreiben wird dann dem Unfallopfer plötzlich eine Mitverantwortung für den Unfall vorgeworfen. Deshalb werden Kürzungen vorgenommen und wenn überhaupt, wird nur ein geringes Schmerzensgeld anerkannt.

Viele Geschädigte können ohne Erfahrung nicht einschätzen, wie viel Geld ihnen als Genugtuung für die durch den Unfall erlittenen Schmerzen zustehen. Gerade bei einem Schleudertrauma können dies schnell mehrere hundert Euro sein!

Die Erfahrung zeigt, dass Unfallgeschädigte, die von Anfang an durch einen Verkehrsanwalt vertreten werden, regelmäßig einen deutlich höheren Schadenersatzanspruch erzielen können als solche, welche die Regulierung eigenverantwortlich durchführen.

Die Rechtsanwaltskosten werden von der Versicherung getragen, wenn der Verursacher alleine für den Unfall verantwortlich ist.

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht