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Welche Rechte stehen Mietern bei Hitze zu?

Seit Wochen herrschen Temperaturen von über 30 Grad, die von nicht wenigen als unangenehm empfunden werden. Besonders schlimm ist dann, wenn auch in der eigenen Wohnung keine Abkühlung zu finden ist.

Mit der Frage, welche Temperaturen Mieter ertragen müssen, hatten sich bereits diverse Gerichte auseinanderzusetzen.

Das Amtsgericht Leipzig urteilte in seiner Entscheidung vom 06.09.2004 (Az.: 164 C 6049/04), dass der Mieter einer Dachgeschosswohnung die sommerlichen Temperaturen hinnehmen muss; schließlich wisse er bereits bei der Anmietung, dass sich die Räume mehr erhitzen als in anderen Wohnungen. Der Mieter müsse Innentemperaturen von 30 Grad daher ertragen.

Anders entschied dies das Amtsgericht Hamburg in seiner Entscheidung vom 10.05.2006 (Az.: 46 C 108/04). Dieses stand dem Mieter einer Neubauwohnung eine Mietminderung in Höhe von 20 % zu. Es begründete seine Entscheidung damit, dass der Vermieter in Extremfällen für einen den Regeln der Technik entsprechenden Wärmeschutz sorgen müsse.

Ähnlich sah dies der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin. Dieser entschied am 20.03.2007 (Az: 40/06), dass es ein Grund für eine fristlose Kündigung seien könne, wenn sich die Wohnung im Sommer zu stark aufheize. In dem konkreten Fall wurde die Wohnung bis zu 46 Grad heiß, was zur Folge hatte, dass u.a. Wachskerzen schmolzen und der Wellensittich des Mieters einen Hitzschlag erlitt. Dies sei zumindest dann ein Kündigungsgrund, wenn die Räume nicht den Mindestanforderungen für zeitgemäßes Wohnen entsprächen.

Die Rechtsprechung zu dieser Frage zeigt, dass es stets eine Frage des Einzelfalls ist, ob der Mieter bei extremer Hitze die Miete kürzen oder gar das Mietverhältnis kündigen kann. Eine pauschale Aussage kann hierzu nicht getroffen werden.

Philip Przybilla
Rechtsanwalt