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Advent, Advent, der Adventskranz brennt!
Wer haftet für Brandschäden?

In fast jedem Haushalt leuchten jetzt Adventskränze und in wenigen Tagen Weihnachtsbäume. Nicht selten entstehen durch falschen Umgang damit Brände, wodurch die eigene Wohnung Schaden nimmt. Nicht selten wird bei einem Feuer auch die Wohnung des Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene werden sich dann fragen:

Wer haftet für Brandschäden?

Für Schäden in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus kommt grundsätzlich die Hausrat- bzw. Gebäudeversicherung auf, sofern eine solche besteht. Diese tritt jedoch in vollem Umfang nur ein, wenn dem Versicherten bei der Entstehung des Schadens keine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist.

Diese liegt vereinfacht ausdrückt dann vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt im Umgang mit dem Adventskranz in besonders schwerem Maße durch den Versicherten außer Acht gelassen wurde. Er muss gegen dasjenige verstoßen haben, was jedem hätte einleuchten müssen.

Liegt grobe Fahrlässigkeit vor, dann kann die Versicherung die zu erbringende Ersatzleistung gegenüber dem Versicherten im Umfang der Schwere seines Verschuldens anteilig bis hin zu einer Totalverweigerung kürzen (§ 81 Abs. 2 VVG).

Es ist jedoch eine Frage des Einzelfalls, wann der Vorwurf bejaht werden kann. Viele Streitigkeiten über eine Haftungskürzung oder gar einen Ausschluss landen daher vor Gericht.

So wurde beispielsweise eine grobe Fahrlässigkeit vom Amtsgericht Fürth (Az.:1C415/08) angenommen, wo jemand einkaufen gegangen ist, ohne den Adventskranz zu löschen. Verneint wurde dieses wiederum durch das OLG München (Az.12U5148/09) bei einem unbeabsichtigten Einschlafen auf der Couch beim Fernsehen.

Bei manchen Versicherungen kann man sich gegen entsprechende Prämien auch gegen grobe Fahrlässigkeit versichern.

Wurde durch das Feuer ein Dritter z.B. der Nachbar geschädigt, so kann dieser den Verursacher für den Schaden direkt in Anspruch nehmen. Hier springt die Haftpflichtversicherung des Schädigers ein, wenn eine solche abgeschlossen wurde. Alternativ kann sich der Nachbar auch an seine Hausratsversicherung wenden. Diese wird dann Erstattung des bezahlten Betrages von dem Verursacher verlangen.

Nicht selten unterstellen Versicherungen im Schadensfall dem Geschädigten vorschnell eine grobe Fahrlässigkeit und lehnen die Kostenübernahme ganz oder teilweise ab.

Hinsichtlich dieses Vorwurfes kann eine Prüfung durch einen Anwalt sinnvoll sein, um nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben.
Bei einer Brandschädigung durch den Nachbarn ist ebenfalls eine anwaltliche Vertretung zu empfehlen, damit sichergestellt ist, dass auch alle Schäden erstattet werden.

A. Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt