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Wohnungseigentum: Trittschallschutz in der WEG

Der für das Wohnungseigentumsrecht zuständige 5. Zivilsenat des BGH hat vor wenigen Tagen (V ZR 276/16 vom 16.03.2018) ausweislich einer Mitteilung der Pressestelle des Gerichts seine Rechtsprechung zur Einhaltung des Trittschallschutzes bei nachträglichen Änderungen im Wohneigentum weiter differenziert.

Bereits früher hatte er entschieden, dass bei nachträglichen Änderungen des Fußbodens durch die jeweiligen Sondereigentümer der im Verhältnis der Eigentümer untereinander zu gewährende Schallschutz sich nach den Mindestanforderungen der DIN 4109 der der zur Zeit der Gebäudeerrichtung geltenden Ausgabe richtet. Diese bisherige Rechtsprechung galt und gilt weiter, wenn ein vorhandener Bodenbelag durch einen anderen ersetzt wird (z.B. Parkett statt Teppichboden), also das Sonder- und nicht das Gemeinschaftseigentum verändert wird.

Nunmehr hatte der BGH aber Gelegenheit, darüber zu entscheiden, was gilt, wenn in den Estrich oder in die Geschossdecke eingegriffen wird.

Der BGH hat jetzt festgelegt, dass in einem solchen Fall das Gewicht des Eingriffs in die Gebäudesubstanz entscheidend ist. Allein aus dem Umstand, dass bei Renovierungsarbeiten in das gemeinschaftliche Eigentum eingegriffen werde, führe noch nicht dazu, dass die im Zeitpunkt der Maßnahme anerkannten Schallschutzwerte maßgeblich seien.

Erst dann, wenn in erheblichem Umfang die Gebäudesubstanz betroffen sei, dürften die übrigen Wohnungseigentümer erwarten, dass bei dem Umbau (z.B. nachträglicher Dachgeschossausbau) alle aktuellen technischen Vorgaben zum Zeitpunkt der Durchführung der Maßnahme und damit die geltenden Schallschutzwerte beachtet werden.

Fazit: Erneut ein wichtiger Beitrag des BGH für den Rechtsfrieden in der Wohnungseigentümergemeinschaft !

Matthias Rudolph
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht